„Kibo ne le“: Noch acht Jahre nach dem Tsunami ein Ort der Begegnung

11.03.2019

Am 11. März 2019 jährt sich die Tsunami-Katastrophe in Japan zum achten Mal. Die Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung lies in der stark betroffenen Stadt Natori ein Haus erbauen, in dem die betroffenen Menschen bis heute zusammenkommen.
 

 

 

»Hier müssen wir etwas machen. Da hilft es ja nicht, einfach nur Geld hinzugeben«


Das war die Reaktion der Familie Ernst auf die Katastrophenbilder aus Japan. Die Bilanz des Tsunami in der Stadt Natori mit 80.000 Einwohnern: Annähernd 1.000 Tote, knapp 2.500 beschädigte Privathäuser. Mehr als 5.000 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden. 

Ihren Worten ließen die Ernsts Taten folgen. Aus Mitteln der Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung ließen sie in nur vier Monaten Bauzeit ein „Haus der Hoffnung“, „Kibo no le“, entstehen – vor allem, um den besonders betroffenen alten Menschen und Kindern einen Ort der Begegnung anzubieten. Dort sollten sie Mut, Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft „tanken“ und die Katastrophe gemeinsam aufarbeiten können. 

Ebenso engagiert wie das Ehepaar zeigte sich der befreundete, weltbekannte Architekt Fumihiko Maki, der ohne Honorar tätig wurde. Sein Entwurf vereint die vielfältigen Anforderungen an das Gebäude: Dort gibt es Raum für Begegnungen sowie für das gemeinsame Kochen und Essen, was in Notunterkünften kaum möglich ist. Kleine Kinder können unter Aufsicht spielen und schlafen. Schulkinder können in Ruhe ihre Hausaufgaben erledigen. Alte Menschen finden Anschluss und Gemeinschaft.

Viele von ihnen leben heute noch in provisorischen Unterkünften, „Containerstädten“ gleich. Der Alltag dort spielt sich in den winzigen Wohnungen ab, wo es kaum Möglichkeiten gibt, sich zusammenzusetzen oder Gäste einzuladen. 

Im Sinne der Stiftung, die sich für den gesellschaftlichen und generationsübergreifenden Zusammenhalt engagiert, ist in Natori vor acht Jahren ein nachhaltiges „Haus der Hoffnung“ entstanden. Die Stiftung hat es an die Gemeinde übergeben und noch heute kommen täglich mehr als 100 Menschen zusammen, um gemeinsam zu essen, zu reden, zu spielen und sich gegenseitig zu helfen.